Liliane Minor vom Tagesanzeiger Zürich blendet Frauen als Täterinnen aus – und deren Opfer

Es ist eine dieser Geschichten, wie sie die Kantonspolizei immer wieder antrifft. Nachts um elf ruft eine Frau die Polizei: Der achtjährige Nachbarsbub sei zu ihr geflüchtet und erzähle, der Vater wolle die Mutter töten. Er habe sich mit ihr im Badezimmer eingeschlossen, wo er sie verprügle und würge. Eine Patrouille rückt aus, nimmt den Vater in Haft und weist die verletzte Mutter ins Spital ein. Und dann? Dann stehen die Polizisten mit einem zweijährigen Mädchen und einem achtjährigen Jungen da und versuchen, die Kinder irgendwo unterzubringen.

Wenn Papi Mami schlägt, brauchen Kinder rasch Hilfe – News Zürich: Kanton – tagesanzeiger.ch

Hier einer dieser schlecht recherchierten und ideologischen Artikel zum Thema häuslicher Gewalt, die schon zuhauf geschrieben wurden.
Heute kam mir die Idee, in solchen Fällen – vielleicht auch zukünftig – einfach zu beschreiben, was von wem wie schlecht recherchiert wurde – und einen Teil der notwendig gewesenen Recherchearbeit gleich nachzuliefern:

Die im folgenden genannten Hellfeldzahlen, die für die Stadt Zürich gelten, sind Bestandteil der abgeschlossenen Promotion von Steiner. Im Zeitraum zwischen 1999 und 2001 wurden insgesamt 907 Fälle von häuslicher Gewalt bei der Züricher Polizei ermittelt. Gleichzeitig wurden 711 Täter (das macht 78,4%) gezählt. Die Auswertung zeigte, dass lediglich 8,3 Prozent der Fälle auf eine weibliche Täterschaft entfielen (75 Täterinnen). Innerfamiliäre Konflikte, so die Autorin, die unter Beizug der Polizei gelöst oder entschärft werden müssen, seien deshalb tatsächlich Männersache (vgl. dazu auch die Ausführungen von Popp 2003, Wilde 2002a und Wilde 2002b). Hier gefunden


Wie viele Männer erleiden Gewalt in Ehe und Partnerschaft?
Laut einer Studie sind

  • bei 5 Prozent bis 10 Prozent der Gewaltfälle in Ehe und Partnerschaft Männer die Opfer

Die Stadtzürcher Polizeistatistik der Jahre 1999-2001ergab, dass

  • rund jedes zehnte Opfer ein Mann ist (9.7 Prozent der 907 Fälle von häuslicher Gewalt betrafen männliche Opfer).

Wie viele Frauen sind Täterinnen?
Spezifische Zahlen zu Täterinnen in Fällen häuslicher Gewalt gibt es nicht. Hinweise darauf geben lediglich die Kriminalstatistik und die Opferhilfestatistik.

  • Gemäss Opferhilfestatistik waren 16.5 Prozent der Beratungsfälle (alle Formen von Straftaten) Täterinnen.
  • In der Stadtzürcher Kriminalstatistik machten die Täterinnen in Fällen von häuslicher Gewalt in den Jahren 1999-2001 8.3 Prozent aus (75 von insgesamt 832 Fällen).
  • Gemäss Opferhilfestatistik waren 16.5 Prozent der Beratungsfälle (alle Formen von Straftaten) Täterinnen.
  • In der Stadtzürcher Kriminalstatistik machten die Täterinnen in Fällen von häuslicher Gewalt in den Jahren 1999-2001 8.3 Prozent aus (75 von insgesamt 832 Fällen). Hier gefunden (Amnesty International,CH)

Es handelt sich jeweils um Hellfeldzahlen, also nachgewiesene Gewaltdelikte von Frauen! 8,3% Täterinnen bedeuten 8,3% Opfer, auch wenn viele nur zu gern darüber hinwegsehen.

Die Recherche über GOOGLE hat mich übrigens genau 3 Minuten gekostet.

Nachtrag 10.07. Ich habe jetzt auch über Liliane Minor gegoogelt und herausgefunden, dass gerade sie es hätte wirklich besser wissen müssen. Es ist hier also keine Unkenntnis anzunehmen, sondern schlicht die ideologische Absicht der Autorin, einzig Männer als Täter zu sehen. Vielleicht hängt dies auch damit zusammen, dass sie die dringend nötige Jungenförderung kategorisch ablehnt.