75 Prozent der Therapien werden vom Land oder sogar von den Patienten selbst gezahlt, für die restlichen 25 Prozent kommt der Verein auf. Trotzdem seien die Gelder immer knapp, so Klaus Böhm, denn die Therapie koste für einen Patienten rund 6.000 Euro. Auch die Therapeuten und Ärzte müssten bezahlt werden.Die Funktionslogik des Vereins basiert auf dem Prinzip, die Täter nachhaltig zu therapieren um das Risiko von Rückfällen so weit wie möglich zu mindern und so präventiven Opferschutz zu leisten. Und der Ansatz bewährt sich: Seit Gründung der Initiative seien nur die Hälfte der betreuten Täter rückfällig geworden, seit eineinhalb Jahren sogar kein einziger mehr.Doch BIOS könne sogar noch mehr, so Böhm, und nennt als Beispiel den Fall eines Mannes, der wegen Kinderpornographie verurteilt und von dem Verein betreut wurde. Im Zuge der Therapie stellte sich heraus, dass der Mann sich schon zwei reale Opfer ausgesucht hatte und sich ohne die Therapie der BIOS an ihnen vergangen hätte.Deliktorientierte PsychotherapieIn der FAB arbeiten derzeit zwei Ärzte und acht Psychotherapeuten, einer von ihnen ist H. Klein. Er erklärt die Vorgehensweise der sogenannten deliktorientierten Psychotherapie dahingehend, einen roten Faden zwischen Mustern im Leben des Patienten und dem Delikt herzustellen. Außerdem erwähnt er, dass die Therapie nur mit Tätern, die ein Unrechtsbewusstsein haben, möglich sei.Andererseits gehe es in der Therapie vorrangig darum, potentielle Delikte zu vermeiden und nur in zweiter Linie um den – straffälligen – Patienten. Denn zur Not, also wenn die Therapeuten der Meinung sind, dass der Patient nicht von einer Straftat beziehungsweise einem Rückfall abzubringen sei, ergreife die BIOS auch rechtliche Maßnahmen.Besonders an der BIOS, in Abgrenzung zu anderen Einrichtungen sei, so Böhme, dass sich der Verein sowohl auch um tatgeneigte Patienten kümmert als auch Akutversorgung für Opfer von Gewaltdelikten anbietet – für Opfer von Sexualdelikten gebe es spezielle Einrichtungen. Akutversorgung bedeutet, dass die Opfer direkt nach der Tat bei der BIOS therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen können, bis eine reguläre Therapie aufgegriffen werden kann.
Wie Tätertherapie zum Opferschutz wird
Interessant ist noch folgende Tatsache:




Intervention werden für den Kurs, dem im Februar 2008 beginnt, keine Bewerbungen mehr angenommen.