Wussten Sie schon, was nach der Ansicht von “Fachleuten” als “Gewalt in Beziehungen” gewertet wird?

Wenn nicht, so schauen Sie ich bitte einmal hier um.

Es ist erschreckend, wie inflationär der Gewaltbegriff mittlerweile angewandt wird. Und noch erschreckende ist, dass dieser Gewaltbegriff demnächst auch in die bundesdeutsche Justiz Einzug halten wird – nämlich beim Gesetz zur Stärkung der Täterverantwortung. Wenn Sie also manchmal vielleicht lauter werden oder gar bedrohliche Gesten machen – riskantes und aggressives Autofahren gehört auch bereits dazu – oder demütigende, abfällige Bemerkungen über ihre Freunde machen – sie lächerlich machen (allein oder in Anwesenheit von anderen) – sie (allein oder in der Öffentlichkeit) in Verlegenheit bringen – Schimpfnamen rufen – tja, dann sind sie bereits gewalttätig!

Also passen sie auf.

Häusliche Gewalt – auch Oberhausen wacht auf … gendergerecht und politisch korrekt

Präventiver Rat will prügelnden Partnern Anti-Aggressions-Trainings anbieten. Das Konzept steht, doch es mangelt an Geld.

Wenn Männer ihre Frauen schlagen und es zur Anzeige kommt, läuft neben der strafrechtlichen die beratende Maschinerie an. Das neue Gewaltschutzgesetz trägt seinen Teil bei, Opfer zu stärken und ihre Peiniger wenigstens zeitweise auf Abstand zu halten. Gesetze ändern allerdings nichts daran, dass den meisten Frauen der Mut zur Trennung fehlt. Und zurück im alten Leben treffen sie auf einen Mann, der der gleiche geblieben ist. Alles beginnt von vorn. Der Präventive Rat hat ein Konzept in der Schublade, das an dieser Stelle einhaken soll. Allein: Es mangelt an Geld.

Wöchentliche Treffen, sechs Monate lang

„Soziale Trainingskurse – Täterarbeit bei häuslicher Gewalt”, lautet der Ansatz der Vorbeuge-Experten, der sich in seiner Konzentration auf die Täter unterscheidet von allem, was Oberhausen in diesem Bereich derzeit anbietet. In Gruppen von bis zu zehn Männern sollen die prügelnden Partner und Väter lernen, sich unter Kontrolle zu bekommen. Sozialpädagoge Reiner Gall vom städtischen Bereich Familie, Bildung und Soziales würde die wöchentlichen Treffen gemeinsam mit einem weiteren Anti-Aggressions-Trainer leiten, hat bereits Standards ausgearbeitet. Auch Polizei, Gericht, Staatsanwaltschaft und Wohlfahrtsverbände sind im Boot. „Alle stehen Gewehr bei Fuß”, sagt Frank Kegelmann, der in der Geschäftsführung des Präventiven Rates die Stadt vertritt.

Als im Mai 2008 die Idee geboren wurde, sei man noch davon ausgegangen, die Kommune könne das Vorhaben stemmen. Inzwischen aber sind die 14 000 Euro, die man für die ersten drei Jahre benötigt, zum unüberwindbaren Hindernis geworden. Die Stadt kann nicht zahlen – das Land will nicht: Das Familienministerium von Armin Laschet habe einen entsprechenden Antrag abgelehnt, sagt Kegelmann. Für konkrete Täterarbeit stelle man keine Mittel zur Verfügung, habe es geheißen, wohl aber für Vernetzung. Die allerdings haben die Oberhausener bereits eigenständig erledigt. Sogar ein Flyer war schon entworfen, den man Tätern an die Hand geben wollte.

„Wir machen uns keine Illusionen”, sagt Uwe Lichtenstein, Kriminalhauptkommissar und Geschäftsführer des Präventiven Rates. „Ein Kurs kann keine Einstellungen ändern.” Deshalb müsse man die Männer nach Ablauf der sechs Monate weiter betreuen, durch noch zu gründende Selbsthilfegruppen. In Düsseldorf habe man mit diesem Konzept gute Erfahrungen gemacht, konnte die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt senken. In Wesel allerdings, wo es ein ähnliches Angebot gibt, blieben zuletzt die Teilnehmer aus.

Die hiesigen Akteure sind dennoch zuversichtlich, dass im ersten Jahr 80 Männer mitmachen würden – freiwillig. Wer eine Anzeige bekam, den ließ die Polizei deshalb schon mal einen Fragebogen ausfüllen. Ergebnis: „Viele würden sich aus freien Stücken anmelden, weil sie selber erkannt haben ‘Ich muss da was tun’”, sagt Lichtenstein. Gleichwohl könne das Training auf lange Sicht auch im Strafverfahren eine Rolle spielen.

Ein Anti-Aggressions-Kurs als Pluspunkt im Prozess? Lichtenstein und Kegelmann wissen um die Vorbehalte gegen Konzepte wie das ihrige, das vermeintlich die Opfer ausblendet und den Tätern zum Vorteil gereicht. Doch selbst der Weiße Ring habe die Idee für gut befunden. „Wir tun ja auch etwas für die Opfer”, sagt Lichtenstein und meint damit nicht zuletzt die Kinder aus betroffenen Familien, die die gewohnte Gewalt für ihr eigenes Handeln übernehmen. „Wir versuchen, diesen Kreislauf zu durchbrechen – je früher, desto besser.

Hier gefunden.

Es mutet wieder mal seltsam an: im Ruhrgebiet gibt es offensichlich keine Täterinnen – die Programme sind völlig überholt – 80! Männer melden sich freiwillig und die Sozialarbeiter sind ratlos – weil sie kein Geld bekommen.

Der Artikel zeigt, wie vorsintflutlich die Kenntnisse und Programme der vernetzten Täter-Opfer-Polizei-Justiz-Runden Tische sind. Dass es viel einfacher gehen würde, ist ihnen offensichtlich entgangen. Natürlich melden sich Täter und Täterinnen aus dem Dunkelfeld, wenn es passende Angebote gibt. Hier ist so eins: http://www.gewalthotline.eu.

Das funktioniert seit 20 Jahren. Übrigens auch im Ruhrgebiet- denn dort gibt es gleich mehrere Stellen.

Die Damen und Herren hätten sich so einfach informieren können.

Täterarbeit mit Männern im Dunkelfeld – schlecht finanziert, politisch nicht gewollt

Dass Täterarbeit eher ein “Stiefkind” psychotherapeutischer Kunst ist, ist hinlänglich bekannt. Doch gerade präventive Arbeit mit Männern, die gewalttätig sind, oder drohen, es zu werden, also jede Arbeit im Dunkelfeld, wird schlecht finanziert, und ist politisch offenbar nicht so recht gewollt. Das können Sie zum Beispiel auch hier nachlesen.

Politisch gewollt ist wohl nur die Hellfeldarbeit mit polzeilich bekannten Tätern und den dazugehörigen Männerbändigern, wie z.B. Männer contra Gewalt.

Hier werden wenigsten die bösen Täter-Männer richtig verteufelt, so manche Sozialarbeiter können sich “als was Besseres” fühlen und die Welt der meisten Politiker(innen) ist wieder in Ordnung.

Häusliche Gewalt: Fakten, Fakten, Fakten

Häusliche Gewalt ist schon lange kein “Tabuthema”. Es wird seit Jahren für eine angebliche “Aufklärung” instrumentalisiert. Viele Mythen ranken sich seit dem um das Thema und haben sich in den Köpfen der Bevölkerung festgesetzt. Nun gibt es eine sehr umfängliche und präzise Aufarbeitung der Fakten und Mythen in ihrer Gegenüberstellung, deren Niveau dem einer wissenschaftlichen Arbeit entspricht. Trotz seiner “Wissenschaftlichkeit” ist der Artikel sehr gut zu lesen. Hier gibt es ihn als PDF, und hier können Sie ihn online lesen.

Einladung für ein Vernetzungstreffen aller Krisen, Konflikt und Gewaltberater(innen)

Das “Hamburger Modell” ist weithin bekannt, nun gibt es einen neuen Anlauf zur Vernetzung. Bis zum 29.03. mögen sich Interessierte bitte melden.

Die geplante Struktur und die Einladung zum Treffen ist hier nachzulesen.

Täter-Hotline: Niedrigschwellig durch Live- Chatberatung

Gewaltberatung Täterhotline

Gewaltberatung Täterhotline

Auf der Täter-Hotline (auch für Täterinnen) gibt es seit neuestem eine Online-Chat Möglichkeit. Dieser Service erweitert das Angebot der Website, die zudem ein Verzeichnis der Täter-Beratunggstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz offeriert.

Gesponsert wird dieser Service vom FORUM INTERVENTION.

Bisher wurde nur eine Email Kontaktmöglichkeit angeboten, die so viel genutzt wurde, dass sich einige Berater zum Live-Chat-Angebot entschlossen haben.

Die Berater(innen) sind alle in einer dreijährigen Ausbildung für diese Arbeit geschult und unterhalten die Chat-Hotline ehrenamtlich.

Thüringer Frauenhaus-Studie beklagt u.a. einseitige Sicht auf häusliche Gewalt

Hier lesen Sie einige Auszüge aus der Zusammenfassung einer Studie, die kurz nach Erscheinen 2008 bereits einigen Wirbel verursacht hat und namhafte feministische Professorinnen gleichsam zu Gegenstellungnahmen veranlasste.
Eine Information schon mal vorab vorab: Die Studie oder die Autor(inn)en fordern keineswegs die Abschaffung der Frauenhäuser oder einer Verknappung der Ressourcen oder ähnliches. Allein die Studie weist auf kritische Punke in der Frauenhausarbeit hin, und zwar:

  • „Hinsichtlich der Motivation der Mitarbeiterinnen dominieren: Frauenpolitisches Engagement, Helfersyndrom, eigene Betroffenheit;
  • Die Frauenhäuser sind in Kooperationsbezüge gut integriert, von daher existieren gute Voraussetzungen für die Umsetzung von Interventionskonzepten, allerdings haben die meisten Frauenhäuser eine eher ablehnende Haltung gegenüber Interventionsstrategien;
  • die angesetzten Mittel für Fort- und Weiterbildung sind sehr gering.
  • Gewalt wird überwiegend als Männergewalt gesehen, in der Beschreibung des Gewalthandelns wird überwiegend zwischen weiblichem Opfer und männlichem Täter dichotomisiert, wobei im Gewaltverständnis zwischen physischer und psychischer Gewalt differenziert wird.
  • In der Regel ist kein konzeptionell-begriffliches Verständnis von systemischer Arbeit vorhanden, ein Einbezug von Männern in die Ausarbeitung von Strategien zur Lösung des häuslichen Gewaltproblems erfolgt von daher äußerst selten.
  • Frauenhäuser sind ein Zufluchtsort für Frauenhäuser aus überwiegend sozial schwächeren Millieus; diese Frauen suchen kurzfristige Schutzangebote… 60% der hilfesuchenden Frauen kehren in die ursprüngliche Beziehung zurück …”

Es werden offensichtlich so viele Bereiche im Rahmen dieser Studie tangiert oder beleuchtet, dass die Studie kurz nach ihrem Erscheinen schon namhafte Kritikerinnen auf den Plan ruft. Allein schon das ist bemerkenswert und läßt die Interpretation zu, dass es vielleicht ja auch um Angst bezüglich der Förderung der fast ausschließlich frauendominierter Versorgung von Gewaltopfern gehen könnte.

Hier ist die Studie zu finden, hier die Reaktionen der Professorinnen Hagemann-White, Kavemann und Brückner, und hier eine differenzierte Stellungnahme zu eben diesen “Antworten” auf die Studie.

Seminar: Arbeit mit gewalttätigen Frauen und Mädchen

Das Forum Intervention bietet vom 15-19.05.2009 in Timmendorf ein Seminar für die Beratungsarbeit mit Täterinnen an.

Themen: Gewalt von Frauen und Mädchen, Gewaltdynamik und Gewaltkreisläufe sowie Interventionen.

Die Ausschreibung und Anmeldeunterlagen können Sie hier finden.

DVD “Das Problem ist meine Frau…”

Der TatSachenVerlag startet heute eine Verkaufsaktion: Die DVD gibt es 30% billiger.

über den Film:

In Zusammenarbeit mit “Männer gegen Männer-Gewalt®” geht der Regisseur Calle Overweg der häuslichen Gewalt gegen Frauen auf den Grund.
In einer Laborsituation mit echten Gewaltberatern und (echten) Schauspielern zeigt Calle Overweg Männer bei dem Versuch aus der Gewaltspirale auszubrechen. Die in diesem Film gezeigten Fälle sind nach langer Recherche frei erfunden. Fachleute für häusliche Gewalt haben außerdem dafür gesorgt, dass die
dargestellten Männer den Wirklichen gleichen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind beabsichtigt.

Der mit 6.000 Euro dotierte 3sat-Dokumentarfilmpreis ging am Samstag, 8. November 2003 an den Film “Das Problem ist meine Frau” von Calle Overweg.

Tagung zu Täterinnen

31. Oktober 2008.

Gewalttätige Frauen sind zwar für Polizei und Justiz nichts Neues – in der gesellschaftlichen Wahrnehmung ist dieses Phänomen aber zumeist als exotische „Abweichung von der Abweichung“ präsent, als ein widernatürliches Verhalten. Zudem ist der statistische Anteil der (erfassten) Taten, die von Frauen begangen werden, gering im Vergleich zu den Taten der Männer. Auch wird diese Delinquenz bei Frauen oft aus einer Opferrolle heraus erklärt. Die Tagung „Täterinnen“ der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, die am Donnerstag zu Ende ging, hat die verschiedenen Delikte, die gewalttätige Frauen begehen – von der tötenden Mutter bis zur gewalttätigen Mädchengang – beschrieben und analysiert.

Hier gefunden.

Nachtrag: Sabine Seifert-Wieczorkowsky hat einen Vortrag über die Arbeit mit Täterinnen gehalten, den Sie online lesen können.