Lehrer sollen Hilfspolizisten werden

Der Senat in Hamburg will Lehrer zur Bekämpfung der Jugendgewalt stärker einbinden.

Die Welt schreibt:

Künftig müssten die Schulen einen Gewaltvorfall auch sofort der Polizei und dem zuständigen Jugendamt melden, heißt es in einer Drucksache über ein „Handlungskonzept gegen Jugendgewalt“, die in der kommenden Woche im Senat beschlossen werden soll und der WELT ONLINE vorliegt. Damit wird auch die Schulhofrangelei zum Fall für den Staatsanwalt. Zudem sind bei der Staatsanwaltschaft der Hansestadt die Einrichtung eines weiteren Sonderdezernats für kriminell auffällige Jugendliche und die Einführung von „Täterakten“ geplant.

Insgesamt umfasst das Handlungskonzept neun Punkte. Die Umsetzung der Vorschläge werden der Drucksache zufolge die Stadt bereits im kommenden Jahr fast 2,4 Millionen Euro kosten.

Geplant ist zudem, erzieherische Maßnahmen an Schulen verbindlicher zu gestalten. Ferner will man „Coolnessgruppen“ oder „soziale Trainingskurse“ einführen und Auflagen für Schüler bei Unterrichtsausschluss genauer formulieren.

Prozess um Marco , einem 17jährigen jungen Mann

Der Prozess gegen den 17-jährigen Marco aus Uelzen wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen Britin in der Türkei ist am Mittwoch nach etwa zweistündiger Verhandlung vertagt worden. Der Gutachter erklärte, die 13-Jährige sei nicht vergewaltigt worden.

Völlig unverständlich ist nun, dass Marco noch in Untersuchungshaft bleiben muss, obgleich jetzt so ziemlich alles für ihn, seine Version und seine Unschuld spricht . Es ist und war einsehbar, dass in dem Fall und allgemein bei so schwerwiegenden Vorwürfen erst einmal ein Verfahren gegen den Tatverdächtigen angestrebt werden musste. Immerhin geht es um den Vorwurf der sexualisierten Gewalt.

Doch jetzt? Weshalb wird er nicht wenigstens nach Deutschland überführt?

Wie würde wohl die Reaktion der Justiz und der Gesellschaft ausgefallen sein, wenn es anstelle von Marco um eine 17-Jährige junge Frau und einen 13-Jährigen Jungen als Opfer gegangen wäre?

Wäre in einem solchen Fall die junge Frau auch in Untersuchungshaft genommen worden?

Und wäre im Falle einer gutachterlichen Bescheinigung, dass es nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen ist, die 17-Jährige Tatverdächtigte auch weiterhin in U-Haft festgehalten worden?

Der geschlechtstypische und damit verzerrte Blickwinkel der Gesellschaft auf Jungen wird hier markant deutlich: diesmal zum Nachteil von Marco.

Die Grünen und die Jugendgewalt…

Die Grünen offenbaren ihren Eifer gegen “falsche Repräsentanten für eine gute Sache”, nämlich GEGEN Jugendgewalt zu sein.

Heute sind sehr viele Projekte gerade im Jugendbereich “gegen Gewalt”: Es gibt schon “Boxen gegen Gewalt”, “Sport gegen Gewalt” und nun offenbar auch Konzerte “gegen Gewalt”.

Wer sich heute mit dem Label: “gegen Gewalt” zu sein, schmückt, dem sind bereits für beinahe jedwede Aktionen Sponsorengelder sicher – auch unabhängig vom Inhalt, allein das Label zählt.

Die Grünen haben nun in einem solchen Fall interveniert. Zurecht oder zu Unrecht, ist nach dem Artikel auf “Berlin-Online” nicht zu erfahren. Immerhin: beklagt wird von Seiten der Grünen: Die Texte des Rappers Bushido “seien homophob und frauenfeindlich”. Soweit muss man also gehen, um beim völlig falschen Labeling ertappt und kritisiert zu werden. Vielleicht gelingt es ja, dass die Grünen demnächst mal andere Programme oder Institutionen unter die Lupe nehmen, inwieweit diese wirklich kompetent gegen Gewalt arbeiten.

Sonst gibt es bald Initiativen, die Sponsorengelder für Projekte wie : “Makrame´gegen Gewalt” oder “Kaugummikauen gegen Gewalt” einwerben.

Kriminologin: Keine Zunahme bei Jugendgewalt

entnommen aus:

http://www.dolomiten.it/nachrichten/artikel.asp?KatID=e&p=5&ArtID=95221

Die Gewalt unter Jugendlichen nimmt im Gegensatz zu dem von der Kriminalstatistik vermittelten Bild in Deutschland keineswegs zu. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das am Montag beim 12. Deutschen Präventionstag in Wiesbaden vorgestellt wurde.

JugendgewaltGewalttaten unter Jugendlichen würden lediglich häufiger angezeigt als früher, erläuterte die Kriminologin Wiebke Steffen vom Bayerischen Landeskriminalamt in ihrer Expertise. Auch für eine Brutalisierung der Delikte und für ein Sinken der Altersschwelle gebe es keine Belege. Taten wanderten vom „Dunkelfeld“ ins „Hellfeld“ der Statistik, bestätigte der Vizepräsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jürgen Stock.Beim Präventionstag diskutieren Wissenschaftler und Praktiker aus dem In- und Ausland über die Verhütung von Jugendkriminalität. Selbstvertrauen und innere Stärke könnten vor einem Abgleiten in die Kriminalität bewahren, sagte der Tübinger Kriminologe Hans-Jürgen Kerner zur Eröffnung: „Viele jugendliche Gewalttäter spielen sich selbst Stärke vor – weil sie keine Selbstachtung haben und daher auch andere nicht achten können.“ Kerner plädierte für „Moralerziehung“: Erwachsenen müssten im Umgang mit Jugendlichen die Normen des Zusammenlebens einfordern und ein gutes Beispiel geben.

Die amtliche Kriminalstatistik hatte in den 90er Jahren einen starken Anstieg tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher verzeichnet. Inzwischen sinken die Zahlen wieder. Bei Gewaltdelikten hält der Aufwärtstrend jedoch an. Nach Angaben der Kriminologin Steffen betrifft das jedoch ausschließlich die polizeilich erfassten Taten. Befragungen von Jugendlichen stützten aber das Bild, dass die Gewalt nicht schlimmer werde.

Der in Erlangen und Cambridge lehrende Kriminalpsychologe Friedrich Lösel sprach sich für eine „Entdramatisierung“ des Phänomens aus, das zu komplex sei für einfache Lösungen. Von den Genen bis zum familiären Umfeld gebe es viele Faktoren, die zu kriminellen Karrieren beitrügen. Keiner von ihnen lasse sich als bestimmend isolieren.

Präventionsprogramme könnten die Anfälligkeit deutlich mindern, mitunter aber auch Schaden anrichten. Deshalb bedürften die Programme sorgfältiger Überprüfung (Evaluation), an der es in Deutschland noch fehle. Es gebe pro Jahr 190.000 präventive Angebote, die zwei Millionen Familien erreichten: „Es geschieht etwas, aber kaum eins der Angebote wird systematisch evaluiert.“

Seminare und Weiterbildung genderorientierte Tätertherapie

Vom Forum Intervention gibt es neue Weiterbildungen zur Gewaltthematik. Das ehemalige Beratungsforum Oelemann wurde verändert und vergrössert. Das neue Institut bietet nun neben der Gewaltberatungsausbildung vier weitere zertifizierte Abschlüsse an. Diese Weiterbildungen qualifizieren zur Täterarbeit und Täterinnenarbeit aund zur Durchführung von Täterprogrammen.

Hier geht es direkt zum Angebot.

forumnet.pngForum Intervention, ehemals Beratungsforum Oelemann