“Happy Slapping”-Film. Gewaltprävention – natürlich korrekt durchgegendert…

Gewaltprävention ist gut – im Grunde immer gut. So denkt nicht nur ein Großteil der Bevölkerung, sondern auch Politiker, Lehrer, Prominente und sogar das Informationszentrum Mobilfunk .

Ein Film über das Happy-Slapping wurde mit einigem Aufwand gedreht und wird jetzt in Schulen “vermarktet”. Gegen den Film ist auf den ersten Blick nichts einzuwenden, so denkt man beim ersten Anschauen.

Mit einigem Fachwissen ausgestattet wird man jedoch auf den zweiten Blick nicht nur stutzig, sondern man beginnt sich zu wundern, weshalb die Rollen in diesem Film so eindeutig fiktiv und keinewegs realitätsgetreu besetzt wurden.

Tatsache ist: “Happy Slapping” gibt es. Mehrheitlich prügeln hier Jungs auf andere Jungs ein. Dass aber Mädchen die Rolle der moralisch überlegenen Retterin einnehmen, ist geradezu gnadenloser Unfug. Eher im Gegenteil: Die Filme dienen nicht zuletzt dazu, Mädchen zu zeigen, wie stark man ist – quasi als filmischer Beweis. Und es gibt erfahrungsgemäß viele Mädchen, die beim Happy-Slapping zuschauen und die Jungs zu mehr Tätlichkeiten anstacheln.

Doch das zeigt der Lehrfilm nätürlich nicht. Ein solcher Film würde schließlich den unmittelbaren Protest vieler Feministinnen auf sich ziehen.

Es ist schade, wie bitter wenig viele heutige Anstrengungen in der Gewaltprävention die Lebens-Wirklichkeit ihrer Zielgruppe erfassen, darstellen und bewerten. Wenn Prävention funktionieren soll, so müsste sie erstmal realitätsgetreuer werden, anstelle die Kriterien politischer Korrektheit zu erfüllen.

Seminar: Arbeit mit gewalttätigen Frauen und Mädchen

Das Forum Intervention bietet vom 15-19.05.2009 in Timmendorf ein Seminar für die Beratungsarbeit mit Täterinnen an.

Themen: Gewalt von Frauen und Mädchen, Gewaltdynamik und Gewaltkreisläufe sowie Interventionen.

Die Ausschreibung und Anmeldeunterlagen können Sie hier finden.

“Gesetz zur Stärkung der Täterverantwortung”

Der Gesetzentwurf des Landes Rheinland-Pfalz wurde in der 844. Plenarsitzung des Bundesrates am 23.05.2008 an den Rechtsausschuss (federführend) und den Ausschuss für Frauen und Jugend überwiesen. Ziel des Gesetzentwurfs sei es, die Möglichkeiten zu verbessern bzw. zu erweitern, Straftäter über staatsanwaltschaftliche oder gerichtliche Weisungen im Rahmen von Ermittlungs- bzw. Strafverfahren qualifizierten Täterprogrammen zuzuweisen.

So sieht es aus, wenn die Justiz sich zuerst selbst und anschliessend den Bundesrat belügt…

Was an dieser Stelle wie ein hartes und ungerechtes Urteil über die Justiz aussieht, ist bei näherer Betrachtung die vermutlich “intelligentere” Wahrheit über die inhaltliche Verschleierung des Wortes “Verantwortung”.

Zum Problem: Die Justiz denkt schon seit langer Zeit, dass Täter (Täterinnen werden ausgeblendet) nur dann zur Verantwortung gezogen würden, wenn sie mit gerichtlichen Auflagen, staatlichen Kontrollen und “konfrontativen” Programmen dazu gezwungen würden. Das dies geradezu dem Sinngehalt des Wortes widerspricht, scheint offenbar niemandem so recht auffallen zu wollen.

Bei einigem intensiven Nachdenken müsste es aber fast jedem einleuchten.

MAN KANN NIEMANDEN ZUR VERANTWORTUNG ZIEHEN, DER DAS GAR NICHT WILL.

VERANTWORTUNG KANN NUR ÜBERNOMMEN ODER ABER LIEGENGELASSEN WERDEN, JE NACH GESTALTETEM SETTING.

Jetzt wird also ein Gesetz daraus gegossen. Es wird mit starken progressiven Worten benannt und nach aussen verkauft.

Wem nutzt das Gesetz?

1. der Justiz: Sie kann sich damit schmücken, alles nur Erdenkliche getan zu haben, um den Täter dazu zu motivieren, etwas zu tun, was unter diesem Setting gar nicht geht: nämlich Verantwortung zu übernehmen.

2. den Brüll-Box-Bootcamps und sogenannten Anti-Aggressivitätstrainings jedweder Colouer, die es schaffen, für die zuweisenden Geldgeben als geeignet auszusehen.

3. der Politik: Immerhin kann sie von sich behaupten, ein progressives Gesetz verabschedet zu haben, dass deutlich teurer für den Steuerzahler wird, weil er ja die Programme ja bezahlen muss.

Hier wird zwar das Bestrafungsbedürfnis der Bevölkerung erfüllt, die Täter können jedoch durch die Gestaltung der Programme eben nicht lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Wie es “einfacher und direkter” ginge, lässt sich hier und hier nachlesen

Der Box- Boot-Erziehungscamp-Hype … oder: Wie sehr unsere Gesellschaft Jungen und männliche Jugendliche verachtet.

Auf der Homepage “die Gesellschafter” ist heute die Kurzfassung dieses Artikels abgedruckt.
Hier gibt es die Langfassung:

Der Artikel, auf den sich unsere Analyse bezieht, ist im SPIEGEL erschienen, und hier zu finden…Sie alle kennen mittlerweile Lothar Kannenberg, denn es ist schwer bis unmöglich, ihm nicht irgendwo während der letzten Wochen in den Medien begegnet zu sein.

Im Spiegel-Artikel: „Schei nach Grenzen” wird deutlich, wie erschreckend dünn das Konzept seines Trainingscamps für Gewalttäter dem Grunde nach ist. Kaum geht es in der im SPIEGEL beschriebenen Diskussion um die Nachhaltigkeit pädagogischer Inhalte, zieht er sich auf die Position zurück, „nur ein Boxtrainingscamp” zu leiten und blendet aus, dass er einen staatlichen Erziehungs- und Resozialisierungsauftrag wahrzunehmen hat.
Lothar Kannenberg war selbst kriminell und er ist seit vielen Jahren Boxer. Auf seinem Weg zurück in die Gesellschaft hat er sich im Rahmen einiger Wochen-Kurse als „Anti-Gewalt-Trainer” ausbilden lassen und gründete bereits sein zweites – staatlich finanziertes – Projekt für gewalttätige Jungen, für sogenannte “Intensiv” oder “Mehrfachtäter”- also durchaus für sehr gefährliche Zeitgenossen.

Seine Arbeitsweise ist – trotz gegenteiliger Beteuerung – schlicht die eines leicht gemilderten „Bootcamps”auf die Zeit von nur 6 Monaten angelegt. Sie besteht in einer Mischung aus Übervaterinszenierung, geradezu mörderischem Tagesablauf, „Überlebenstraining”, Disziplin, Liegestütze, heissen Stühlen, Anbrüllen und Boxen. Selbst das Bundesverdienstkreuz nennt Kannenberg schon sein Eigen – verliehen allein aufgrund seiner Biographie und eben weil ein „Projekt” für gewalttätige Jungs ins Leben gerufen hat.

Wie kommt es , dass ein ehemaliger Boxer aus dem Rotlichtmillieu mit seiner „Pädagogik” in Zeitungen, Talkshows und Filmbeiträgen protegiert wird, und zu Vorträgen an Unis und in vielen politischen Gremien geladen wird, um über seinen Umgang mit Gewalttätigen zu berichten?

Die Logik ist gleichzeitig genau so banal wie erschreckend einleuchtend.

Es gibt heute zwar nachweislich viel weniger Gewalttaten als noch vor zehn Jahren, jedoch wird immer mehr angezeigt.

Zudem läuft aufgrund omnipräsenter Videokameras jeder Gewalttätige heute Gefahr, sein Tun anschließend in fernsehreifen Bildern dokumentiert zu sehen. Diese werden dann in vielen Sendern gezeigt, weil sie eines erreichen: Sie machen Angst! Angst erhöht die Aufmerksamkeit und die Einschaltquote. Es ist genau so wie bei einem Krimi…

Die Gesellschaft reagiert erst mit Angst und dann mit Rachsucht. Gewalttätige müssen gezwungen werden, ihre Taten zu bereuen.

In der Tat: Gewalt ist erschreckend, und die Täter müssen gestoppt werden. Auch stimmt, dass hauptsächlich männliche Jugendliche diese Taten begehen. Dies ist durch zahlreiche Studien belegt. Viele Medien-Redaktionen entdecken jedoch scheinbar jetzt erst, dass junge Männer im so genannten Hellfeld die Täter sind, und kommen zu der – in Fachkreisen bereits seit fast 20 Jahren verbreiteten – Erkenntnis, dass die Gewalt offenbar etwas mit der Geschlechterrolle zu tun haben muss. Sie titeln deshalb negativistisch mit „ Die isolierten

Macho-Schläger” oder glauben gar „Jungen auf Feindfahrt” zu erkennen…

Das männliche Schläger ein ziemlich absurdes Männerbild haben, dem sie nacheifern, ist nicht neu, doch auf diese Weise wird ein negatives mediales Zerrbild „des Männlichen an sich” konstruiert und zementiert, mit dem letztlich alle Männer und Jungen zu allgemeinen Repräsentanten des Bösen gemacht werden.

Dass 99% Prozent aller Jungen und Männer nicht gewalttätig sind, jedoch>>> gesellschaftlich und als Migrantenkinder vor allem bildungsbezogen heute vom Beginn ihres Lebens an an benachteiligt werden, ist in offiziellen Studie zwar nachgewiesen, findet jedoch keinerlei Berücksichtigung in der gesamten Diskussion.

Jetzt werden „Box-” Und „Überlebenstrainings” zu „Anti-Gewalt-Projekten” stilisiert , und die dort abgebildete Härte bildet das Pendant zur Rachsucht der Gesellschaft. Brüllorgien auf sogenannten heissen Stühlen und Liegestütze im Dreck lassen sich einfach sehr gut bebildern, vor allem, weil die Klienten nicht weglaufen können, ohne gleich im Knast zu landen.

Die Klienten sollen aushalten, und das lernen sie. Die Devise lautet:
Nur Härte hilft, das Aushalten jeder Kränkung wird belohnt. Installiert wird ein Prinzip, das aus Befehl und Gehorsam besteht, nicht aber aus eigener Persönlichkeit.

Die Bilder, die das Boxcamp den Medien liefern kann, sind überzeugend – Einschaltquoten werden so garantiert und schon von daher gibt es für das „Projekt” erstmal viel Aufmerksamkeit der Medien, dann viel Geld für die Arbeit und dann welches für die Forschung und Spenden zudem.

Wie kommt es, dass allein die zutiefts männlich traditionelle, gefährliche und reaktionäre Biografie eines Lothar Kannenberg in den Augen vieler scheinbar für die Arbeit mit gewalttätigen Jungen mehr qualifiziert als jedes psychologische oder pädagogische Studium, jede therapeutische Ausbildung, jedes tragfähige und ausgereifte pädagogische Konzept?

Die Biografie entspricht eben genau dem Härte- Klischee, das unsere Bevölkerung offenbar von ihren Männern erwartet. Ein richtiger Mann ist hart gegen sich selbst, und er kann sich auch zur Not gewalttätig wehren.

Er muß gefährlich sein, um gleichzeitig den perfekten Beschützer zu mimen!

Allein Kannenbergs Biografie zieht Bundespräsidenten, Landes”väter” und die Kanzlerin derart in ihren Bann, dass sie – obwohl sie gebildete Personen sind – letztlich einem zurtiefst traditionalistischen Männlichkeitsbild huldigen oder gar nachzueifern versuchen, in dem sie sich für Marketingzwecke gleich mit Lothar Kannenberg im Boxring ablichten lassen, wie es Roland Koch getan hat.

So wird ein “Box-Projekt” zur staatlich alimentierten “Pädagogik aus dem Bauch heraus”, mit Hundertausenden aus Steuergeldern finanziert.

Unsere Prognose ist:

Die angekündigte staatich finanzierte universitäre Evaluation des „Boxtrainings” wird eine mehr oder minder hohe Rückfallquote jenseits der 50% Marke nachweisen.

Nach der Evaluation steht die Gesellschaft jedoch schon wieder auf dem selben Erkenntnisstand, auf dem sie jetzt bereits in ihrer Ideenlosigkeit vor sich hin dümpelt. Mit nur einem markanten Unterschied: Es ist dann „wissenschaftlich evaluiert” dass es gegen das „Böse im Männlichen” nicht mal ein funktionierendes Box-Trainings-Rezept gibt.

Andere Institutionen warten seit vielen Jahren darauf evaluiert zu werden. Doch sie arbeiten weniger spektakulär und deshalb bekommen sie weder Aufmerksamkeit noch Gelder.

Lothar Kannenberg wird irgendwann erkennen müssen, dass er heute beim Hype um ihn und sein Projekt politisch einfach nur benutzt wurde.

Gibt es denn gar nichts Gutes an Lothar Kannenberg und seinem Projekt?

Doch: Lothar Kannenberg bietet den Jungen etwas, was sie wirklich dringend brauchen. Eine männliche Bezugsperson, die eben auch emotional präsent ist. Weil diese Jungs eine solche präsente Person nie erlebt haben, und sich viele Pädagogen zudem hinter ihrer vermeintlichen Professionalität verstecken, himmeln die Junges einen wie Lothar Kannenberg geradezu an.

Viele Strömungen in der Pädagogik der letzten Jahrzehnte haben in fataler Weise dazu geführt, dass Profis eben nicht gelernt haben, sich emotional als Bezugsperson anzubieten, wirklich Grenzen zu setzen und vor allem Männer dazu zu motivieren, mit Jungen geschlechtsorientiert zu arbeiten.

Eine Erziehungswelt, in der gesellschaftlich nach wie vor die Frauenquote als einzig sichere Übergröße protegiert wird, gibt keinem Jungen ein Vorbild, wie man als Mann in der Gesellschaft wirklich leben kann.

Lothar Kannenberg bietet sich an.

Sein fataler Leitspruch heisst: „sich durchboxen im Leben”. Das Motto spricht Bände: Das Leben ist für ihn ein permanenter Kampfplatz, auf dem Man(n) in altbekannter Machoweise brutal sein muss, um überleben zu können.

Doch der jetzige Hype um Projekte, deren Methodik häufig nicht einmal mit dem ersten Artikel des Grundgesetzes in Übereinstimmung zu bringen sind, hat etwas Gutes. Er zeigt in einer nie bekannten Deutlichkeit, dass unsere Gesellschaft offenbar noch keine Veränderung ihres völlig reaktionären Männerbildes wirklich will.

Wenn wir die gewalttätige Jungen in Bootcamps schicken, wenn wir sie zahllosen selbsternannten und berufsfremden Anti-Gewalt-Trainern anvertrauen, die ihr spektakulären Methoden in wenigen Wochen erlernt haben, verhalten wir uns etwa so verantwortungsbewusst wie jemand, der seit Tagen Schmerzen im rechten Unterbauch hat und sich von daher entschließt, einen Bekannten zu bitten, ihn zu operieren – mit der Begründung: Der Bekannte ist schließlich auch am Blinddarm operiert worden und war bei seiner OP dabei war.

Solange wir Jungen und Männer offensichtlich so benachteiligen und sie nach Gewalttaten zu Monstern stilisieren, denen nur mit Härte zu begegenen ist, werden wir ihnen nicht helfen, aus der Gewalt auszusteigen und ein neues, ralistisches positives Männerbild mit Leben zu füllen. Dazu braucht es einfach ein deutliches Mehr an Wissen und therapeutische Qualifikationen.

Was in der Arbeit zählt und immer zählen wird, um Jungen wirklich zu integrieren, ist die langwierige, aufwändige Beziehungsarbeit und ein realistischer männlicher Umgang mit dem eigenen Scheitern. Eine positive Männlichkeit kann man eben niemanden in 6 Monaten durch militärischen Drill einhämmern. Doch unsere Gesellschaft glaubt das wohl noch…

Jürgen Krabbe

"Wir brauchen kein Karate für Lehrer”

Aber was macht man nun, wenn ein Schüler mit Gewalt droht? Wenn er
einem Mitschüler das Telefon wegnimmt? Oder ständig mit Stühlen
schmeißt?

Gegensteuern? Abstrafen? Defensive und Deeskalation?

Angemessen kann nur reagieren, wer viel über die Ursache der
Aggression weiß, sagt Jürgen Körner. Das Projekt solle die “oft
schlecht vorbereiteten Lehrer”
dabei unterstützen.

Anti-Gewalt-Training für Lehrer: Was tun, wenn’s knallt? – SchulSPIEGEL – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

so stehts geschrieben auf SPIEGEL-ONLINE.

Minister Buchinger und seine Ideen, Teil 2

Wir berichteten ja bereits. Jetzt ist es wohl amtlich.
Zinedin Zidane, der die Weltmeisterschaft genauso spektakulär wie gewalttätig und dumm für sich beendete, muss irgendwo untergebracht werden. Es ist offenbar mit manchen Sportlern so wie mit ausgedienten Politikern.
Nun bekommt er einen Auftrag aus dem Ausland. Die Kinder unserer österreichischen Nachbarn sollen nun ein neues Vorbild bekommen, um dem allgemeinen Trend zur Jugendgewalt abzuschwören. Dazu hat der Minister Buchinger – dessen Ressort ja das “Soziale” ist – Zinedin Zidane auserkoren.

Welches Vorbild liefert er? Was qualifiziert ihn zum neuen Idol?
Minister Buchinger meint, eine neue, bisher nicht abgenutzte und daher medial gut vermarktbare Idee zu haben, und erklärt das so:

“Gerade Zidane sei für eine solche Kampagne geeignet – schließlich habe der Fußballer seinen Kopfstoß bereut und sich bei seinem Kontrahenten entschuldigt…” (Zitat Wiener Zeitung)

Doch so neu ist die Idee, einen alten Haudegen als Vorbild für die jungen Wilden zu nehmen, gar nicht.

Auch der deutsche Bundespräsident und gewisse Fast-Noch-Ministerpräsidenten sind der Meinung, auf diesem Weg der Gesellschaft etwas Gutes zu tun.

Ehemalige Boxer mit krimineller Karriere bauen Projekte auf, in denen gewalttätige Jugendliche durch Box-Training gestählt und mit militärischem Drill geschunden lernen sollen, der Gewalt endlich abzuschwören. Dafür bekommen sie sogar ein Bundesverdienstkreuz- vielleicht sogar am Band – jedoch ohne jeden “Verdienst” vorher wirklich nachgewiesen zu haben.
Was lernen wir daraus?

Man(n) sollte sich erstmal ordentlich daneben benehmen, um in den Knast zu kommen. Wenn man danach im Rahmen der Bewährungshilfe einen Boxkurs – durch Steuergelder finanziert – absolviert hat, so sollte man um Spenden anhalten, mit dem Vermerk, man sei doch jetzt qualifiziert, ein pädagogisches Projekt mit einigen Angestellten und vielen gewalttätigen Jugendlichen zu leiten.Schließlich “sei man ja auch so ein Schlimmer gewesen” und wolle den Jungen jetzt zeigen, wie es richtig geht. Anschließend bettelt man irgendjemand Wichtigen an, um fürs “Verdienstkreuz” vorgeschlagen zu werden. (Solche Kreuze bekommen eben auch Personen, die eine mitleidserregende Geschichte erzählen können.) Zuletzt wird man in Talkshows herumgereicht und da kann man wieder die Geschichte erzählen, nach der man vom Saulus zum Paulus wurde und so werden immer mehr Jugendamtsleiter auf einen aufmerksam. Von denen bekommt man dann die Jugendlichen und die entsprechenden Tagessätze an Geld für die hervorragende pädagogische Leistung, die man an ihnen erbringt.

Doch zurück zu Herrn Buchinger und seiner Idee:

Zinedin Zidane hat heftig zugestoßen. Und sich danach aufgrund des Drucks der Medien “entschuldigt” – doch :

zidane-3.jpg… Fakt ist, dass sich Zidane für den Kopfstoß tatsächlich entschuldigt hat. Bereut hat er ihn eigenen Angaben zu Folge aber nicht, da Materazzi davor seine Schwester beleidigt hatte.

(Wiener Zeitung)

Doch diese Kleinigkeit ist Politikern wie Herrn Buchinger offenbar gleichgültig. Er verfolgt seine “brilliante Idee”.

Unser Resummee: Politische Kampangnen zum Thema Jugendgewalt bewegen sich mittlerweile auf einem solch niedrigen interlektuellen Niveau, das kaum ein Sonderschüler beim Bücken je erreichen könnte.
Und einige deutschsprachige Minister haben ein Männerbild verinnerlicht, das den Anfängen des 20. Jahrhundert entspringt und ihnen gleichsam huldigt.

Unsere Leseempfehlung lautet: Bescheuertheit, von Rainer Paris,

Professor für Soziologie an der FH Magdeburg
© Forum Intervention 2008

Nächste Ausbildungsgruppe beginnt Ende 2009!

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage für die Weiterbildung “genderorientierte Gewaltberatung” beim Forumpfleillinkshell.jpg Intervention werden für den Kurs, dem im Februar 2008 beginnt, keine Bewerbungen mehr angenommen.

Das Kontingent an Plätzen ist leider erschöpft.

Doch wird jetzt bereits für 2009 eine Warteliste geführt.

Sie können sich bei Interesse hier bewerben.

Psychotherapeuten fordern Verbot von “Killerspielen”

Endlich!

Der nach eigenem Bekunden größte Fachverband für Psychotherapie und Beratung: die GWG hat sich für ein eindeutiges Verbot so genannter Killerspiele ausgesprochen.

Den Eltern werde vorgegaukelt, dass die Spiele die “Medienkompetenz” der Kinder förderten. Die GwG fordert ein gesetzliches Verbot gewaltverherrlichender Spiele.

amok_kunstgriff_90411_138759.jpgNur so könne der “Grundkonsens einer humanen Gesellschaft erhalten” bleiben.

“Killerspiele sind wie Landminen für die Seele”, sagte GwG-Mitglied Elke Ostbomk-Fischer.

“Die Medienverwahrlosung junger Menschen hat in den vergangenen Jahren ein derart erschreckendes Ausmaß erreicht, dass die politisch Verantwortlichen umgehend handeln müssen, bevor eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen vom Strudel der Gewalt mitgezogen wird.”

Fast ein Grund mehr, in den Verband einzutreten.

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Marco W. schon verurteilt…

marco.jpgso titelt heute die Süddeutsche – und sie hat recht damit.
Eigentlich gehört der “Fall Marco” gar nicht in dieses Blog – denn hier geht es um Täter(innen)- arbeit. Doch es ist erneut die Frage zu stellen, wie wohl in einer umgedrehten Konstellation vorgegangen worden wäre. Wenn also zum Beispiel ein 17 jähriges deutsches Mädchen in der Türkei angezeigt worden wäre, einen 13jährigen Jungen, der sich als 15jährig dargestellt hätte, missbraucht zu haben.

Im schlimmsten Fall kann sich dieses Verfahren noch Jahre hinziehen. Das ist übel. Marco muss wenigstens die Möglichkeit gegeben werden, den Prozess als freier Mann zu verfolgen. Der 17-Jährige hat mittlerweile eine traurige Berühmtheit erlangt. Die Fortsetzung seiner U-Haft heute noch mit “Fluchtgefahr” zu begründen, ist schon deshalb absurd.

So endet das Resumee der Süddeutschen.

Macht die Berliner CDU aus Opfern Täter?

Die Berliner CDU wirft der Regierung Untätigkeit vor, so zumindest meldet es der Tagesspiegel.

Zitat:

Nur einzelne Aspekte des schwierigen Themas wurden im Landesparlament inzwischen debattiert. Dazu gehört die häusliche Gewalt gegen Frauen und der Umgang mit Schwellen- und Intensivtätern. Auch da richtete sich der Fokus auf die besonderen Verhältnisse in den Migrantenfamilien. In ihrem Antrag, der sich mit gewaltbereiten männlichen Jugendlichen befasst, fordert die CDU besondere Schul- und Freizeitangebote in Problemkiezen, eine engere Zusammenarbeit von Erziehern, Lehrern und Eltern, eine genauere Beobachtung auffälliger Jugendlicher, spezielle Hilfen zur Erziehung und mehr Geld für Förderprojekte. Bis Ende des Jahres, so die Forderung, solle der Senat Bericht erstatten. Aber der Antrag schmort in den Fachausschüssen …

Anlass für die parlamentarische Initiative der Union ist die vom Tagesspiegel jetzt bekannt gemachte Studie der Landeskommission gegen Gewalt, in der die Probleme und Erziehungsmaßstäbe von Migrantenfamilien untersucht wurden.

Sie kam zu dem Ergebnis, körperliche Züchtigungen und traditionell-autoritäre Erziehung seien eine maßgebliche Ursache für die Gewaltbereitschaft männlicher Kinder und Jugendlicher.

Die Studie wurde Ende August in einer Tagung mit Vertretern des Senats, Migrantenorganisationen und Wissenschaftlern ausgewertet.
Der Senat hat aber bislang darauf verzichtet, die passenden Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Es wäre schön, wenn die geschlagenen Jungen erst einmal als Opfer ernst genommen würden und nicht gleich wieder zu potentiellen Tätern gemacht würden. Dann würden sie die notwendige Hilfe erhalten, womöglich sogar eine für Jungen “passende” Hilfe.

Sonst:

als-ich-heute.jpg