Gewaltprävention ist gut – im Grunde immer gut. So denkt nicht nur ein Großteil der Bevölkerung, sondern auch Politiker, Lehrer, Prominente und sogar das Informationszentrum Mobilfunk .
Ein Film über das Happy-Slapping wurde mit einigem Aufwand gedreht und wird jetzt in Schulen “vermarktet”. Gegen den Film ist auf den ersten Blick nichts einzuwenden, so denkt man beim ersten Anschauen.
Mit einigem Fachwissen ausgestattet wird man jedoch auf den zweiten Blick nicht nur stutzig, sondern man beginnt sich zu wundern, weshalb die Rollen in diesem Film so eindeutig fiktiv und keinewegs realitätsgetreu besetzt wurden.
Tatsache ist: “Happy Slapping” gibt es. Mehrheitlich prügeln hier Jungs auf andere Jungs ein. Dass aber Mädchen die Rolle der moralisch überlegenen Retterin einnehmen, ist geradezu gnadenloser Unfug. Eher im Gegenteil: Die Filme dienen nicht zuletzt dazu, Mädchen zu zeigen, wie stark man ist – quasi als filmischer Beweis. Und es gibt erfahrungsgemäß viele Mädchen, die beim Happy-Slapping zuschauen und die Jungs zu mehr Tätlichkeiten anstacheln.
Doch das zeigt der Lehrfilm nätürlich nicht. Ein solcher Film würde schließlich den unmittelbaren Protest vieler Feministinnen auf sich ziehen.
Es ist schade, wie bitter wenig viele heutige Anstrengungen in der Gewaltprävention die Lebens-Wirklichkeit ihrer Zielgruppe erfassen, darstellen und bewerten. Wenn Prävention funktionieren soll, so müsste sie erstmal realitätsgetreuer werden, anstelle die Kriterien politischer Korrektheit zu erfüllen.

Intervention werden für den Kurs, dem im Februar 2008 beginnt, keine Bewerbungen mehr angenommen.
Nur so könne der “Grundkonsens einer humanen Gesellschaft erhalten” bleiben.
