Kommt Jörg Kachelmann bald frei? Das Landgericht Mannheim prüft die vom Verteidiger des TV-Wetter-Moderators beantragte Aufhebung des Haftbefehls. Eine Gutachterin hatte festgestellt: Den Aussagen des mutmaßlichen Opfers fehle die logische Konsistenz.
Mannheim -
Kachelmanns Verteidiger Birkenstock hat bereits am Mittwoch im Hinblick auf das von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene, mittlerweile vorliegende über hundert Seiten starke aussagepsychologische Gutachten den Antrag gestellt, den Haftbefehl aufzuheben.
Das Landgericht Mannheim will jedoch erst in der kommenden Woche bekanntgeben, ob der TV-Moderator freigelassen wird oder in U-Haft in der JVA Mannheim bleibt. Das Gericht begründete dies am Montag damit, dass noch Stellungnahmen unter anderem von der Staatsanwaltschaft ausstehen. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage erhoben, noch bevor das Glaubwürdigkeitsgutachten zu den Aussagen des mutmaßlichen Opfers vorlag. Am Wochenende waren Details über verschiedene Gutachten bekannt geworden, die Kachelmann entlasten sollen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Montag auf ddp-Anfrage, der Inhalt des Glaubwürdigkeitsgutachtens sei in der Öffentlichkeit verkürzt wiedergegeben worden. “Auch in Kenntnis dieses Gutachtens haben wir keine Veranlassung, die Tat anders zu bewerten. Wir gehen weiterhin von einem dringenden Tatverdacht aus”, sagte er.
Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Mannheim hatte Fragen aufgeworfen.
Nach Informationen des SPIEGEL bestellte der zuständige Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge erst am 15. April ein eigenes Gutachten zur Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers
Dieses Gutachten der Bremer Psychologin Luise Greuel aber wartete Oltrogge nicht mehr ab, sondern erhob schon am 17. Mai Anklage, mit allen Folgen für das Bild, das die Öffentlichkeit so gewinnen musste: Kachelmann, der Vergewaltiger.
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