Drohungen vor Männerkongress: Professor Amendt muss mit Leibwächtern auftreten

ef: Weshalb, glauben Sie, wurde in den Medien das Thema “Gewalt” kaum erwähnt, das auf dem Kongress intensiv behandelt wurde? Andreas Fasel von der “Welt” etwa tat es beiläufig als “Polemik” ab, dass auf dem Kongress auch die unter beiden Geschlechtern hälftige Verteilung der Gewalttäterschaft im häuslichen Bereich zur Sprache kam.Kuhla: Es wäre denkbar, dass die brisanten Fakten, die die Wissenschaftler angeführt haben, von den Journalisten erst verdaut werden müssen. Die wenigsten Journalisten verfügen über die notwendigen Grundkenntnisse bei diesem Thema.ef: Ich führe dieses Interview mit Ihnen auch, weil ich von mehreren Besuchern des Kongresses unabhängig voneinander Informationen erhalten habe, die sich bezeichnenderweise in keinem einzigen der Medienberichte über den Kongress finden. So soll es im Vorfeld Drohungen gegen einen der Redner, den Soziologieprofessor Gerhard Amendt, gegeben haben. Trifft das zu? Wenn ja, wie sind Professor Amendt und die Veranstalter des Kongresses damit umgegangen? Und können Sie näheres darüber sagen, von welcher Seite oder vor welchem Hintergrund diese Drohungen erfolgt sind?Kuhla: Das ist allerdings eine brisante Situation im Vorfeld des Kongresses gewesen. Dem Vernehmen nach haben feministische Kreise aus Berlin und Düsseldorf die Universität Düsseldorf aufgefordert, Professor Amendts Vortrag zu streichen. Anderweitig würde das Folgen haben, “noch ist Zeit …” (das zu ändern). Die Gleichstellungsbeauftragte der Uni Düsseldorf setzte sich darüber hinweg, in etwa mit den Worten “Ich habe entschieden, dass der Kongress stattfindet”. Im weiteren Verlauf hat dann die Kongressleitung, auch auf Empfehlung relevanter Stellen Personenschutz für Professor Amendt bereitgestellt. Das geschah sehr einfühlsam, so dass der normale Teilnehmer unbehelligt blieb. Sie müssen sich das vorstellen: Sie stehen in der Kaffeepause in einer Runde Tagungsteilnehmer, und erst beim zweiten Hinschauen entdecken Sie einen Bodygard neben einem der Vortragenden. Das ist ein Skandal! Das hat mit Freiheit der Wissenschaften nichts mehr zu tun!ef: Gewaltdrohungen (und auch reale Gewalthandlungen) hat es gegen Kritiker einer stramm feministischen Ideologie seit den siebziger Jahren immer wieder gegeben. Zielscheibe wurden beispielsweise Dr. Karin Jäckel, Dr. Suzanne Steinmetz, Katharina Rutschky, Esther Vilar, Erin Pizzey und andere mehr. Wie schätzen Sie es ein, dass man noch im Jahr 2010 in der Geschlechterpolitik bestimmte Dinge nur ansprechen kann, wenn man dafür obskure Drohungen in Kauf nimmt?Kuhla: Ich bin Optimist! Die Drohungen kamen von radikalen Zirkeln, was im Nachhinein allen Frauen geschadet hat. Ich denke, wenn eine Ideologie derartig überzieht, werden relativ bald Gegenkräfte wirksam. Da vertraue ich den besonnenen Frauen! Vielleicht hat sogar der Kongress eine solche Entwicklung beschleunigt.

Drohungen vor Männerkongress: Professor Amendt muss mit Leibwächtern auftreten – Arne Hoffmann – eigentümlich frei

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